"Sonden in die Zukunft - Wissenschaft und Science Fiction über Gesellschaft und Technik im 21. Jahrhundert"

Wissenschaft und Technologie sind in der Informationsgesellschaft zu einem zentralen Thema gesellschaftlichen Diskurses geworden: ihre Chancen und ihre Risiken, ethische Probleme, die durch sie aufgeworfen werden, ihre Zukunftsperspektiven. Mit der Veranstaltungsreihe "Sonden in die Zukunft" sollen aktuelle wissenschaftliche und technische Visionen erkundet und ihre gesellschaftlichen Implikationen ausgelotet werden. Die Veranstaltungsreihe will durch die Diskussion mit visionären Wissenschaftlern und Autoren Denkhorizonte öffnen, für Zukunftsfragen sensibilisieren und Anregungen für neue Ansätze im Umgang mit Zukunftsthemen geben. Sie versteht sich als ein in Berlin einzigartiges Forum für ein offenes und öffentliches Zukunftsdenken über Perspektiven von Wissenschaft und Technologie.


Veranstaltungsreihe "Sonden in die Zukunft"
"Unendliche Weiten - von der Faszination eines multikulturellen Weltalls"
mit dem Autor Frank Böhmert und dem Soziologen Dr. Dierk Spreen
07. März, 19:30 Uhr.

Es moderiert Dr. Karlheinz Steinmüller, Z_punkt GmbH, Büro für Zukunftsgestaltung.

Der "sense of wonder" der Science Fiction rührt von technischen Zukunftsvisionen, der Eroberung des Universums und der Begegnung mit außerirdischen Kulturen her. Die auflagenstärkste SF-Serie der Welt Perry Rhodan vereinigt alle drei Momente in sich. Wie kein anderer Teil der Massenkultur hat sie Generationen von Lesern für Wissenschaft und Technik begeistert und sich meist unterschwellig, doch intensiv mit Gegenwarts- und Zukunftsproblemen auseinandergesetzt. Interessanterweise begegnen Autor und Leser beim Flug durch das Universum der irdischen kulturellen Vielfalt.

Frank Böhmert hat sich mit Kurzgeschichten, einem Kinderbuch für Erwachsene und Übersetzungen einen Namen gemacht. Mit bislang drei Perry Rhodan-Romanen "Die Sternenhorcher", "Die Traumkapseln" und "Das Land unter dem Teich" gilt er als eigenwilliger Newcomer der Serie.

Dr. Dierk Spreen ist Soziologe u.a. mit Schwerpunkt Kultursoziologie und lehrt an der Universität Paderborn. Seit Jahren setzt er sich mit unterschiedlichen Aspekten der Science Fiction auseinander und hat unlängst die Perry Rhodan Studies mit ins Leben gerufen.


Veranstaltungsreihe "Sonden in die Zukunft"
"Mind Control. Gedankenfreiheit im Zeitalter von Terrorismus und Gehirnforschung"
mit dem Autor Jens Johler und dem Physiker Prof. Dr. Martin Wilkens
04. April, 19:30 Uhr.

Angesichts der Fortschritte der Naturwissenschaften steht der freie Wille in Frage. Kann man durch "Gedankenkontrolle" einen Menschen dazu bewegen, terroristische Untaten zu verüben? In ihrem neuen Roman "Das falsche Rot der Rose", einem "Faction-Thriller", der Fakten und Fiktionen kombiniert, greifen Jens Johler und Christian Stahl aktuelle Forschungsthemen um Nanotechnologie und Neurowissenschaften auf und bringen sie in Zusammenhang mit der Atmosphäre der Angst nach dem 11. September.

Jens Johler war Schauspieler, hat Ökonomie studiert und eine Weile an der Freien Universität gearbeitet. Seit 1982 lebt er als Schriftsteller in Berlin und hat u. a. den Wissenschaftsthriller "Gottes Gehirn" (2001, mit O.-A. Burow) publiziert.

Prof. Dr. Martin Wilkens hat seit 1997 die Professur für Theoretische Physik/Quantentheorie an der Universität Potsdam inne. Der philosophisch interessierte Physiker hat u. a. in Warschau und Tuscon/Arizona geforscht und sich 1994 an der Universität Konstanz habilitiert. Einer seiner derzeitigen Forschungsschwerpunkte liegt auf dem Gebiet der Quanten-Informationsverarbeitung.


Veranstaltungsreihe "Sonden in die Zukunft"
"Nach dem Menschen. Extropier, Transhumanisten und die Evolution des Homo sapiens"
mit Dr. Bernd Flessner, Autor und Prof. Dr. Klaus Kornwachs, Technikphilosoph.
13. Juni, 19:30 Uhr.

Der Mensch ist ins Zeitalter seiner technischen Rekonstruierbarkeit eingetreten. Post- und Transhumanisten spekulieren über eine "genetische Wachablösung" des homo sapiens, die Extropier möchten ihren eigenen Körper und Geist gen- und informationstechnisch aufrüsten. Mit den Möglichkeiten wachsen die Fragen. Wohin geht die Koevolution von Mensch und Technik? Konstruiert sich der Mensch im 21. Jahrhundert selbst um? Wird Technik zum Religionsersatz?

Dr. Bernd Flessner, geboren 1957 in Göttingen, ist Medienwissenschaftler und Publizist. Er hat über Arno Schmidt und Stanislaw Lem promoviert und lehrt an der Universität Erlangen-Nürnberg. Neben Kinderbüchern, Krimis und Science Fiction ("Lemuels Ende", 2001) hat er Bücher über Technik und Kultur, u. a. zum Posthumanismus, veröffentlicht.

Prof. Dr. Klaus Kornwachs, geboren 1947 bei Konstanz, hat Physik und Philosophie studiert und u. a. über Systemtheorie geforscht. Seit 1992 hat er den Lehrstuhl für Technikphilosophie an der BTU Cottbus inne. Zu seinen derzeitigen Forschungsschwerpunkten zählen die Technikfolgenabschätzung und die innere Logik der Technik. Er ist Vorsitzender des Bereichs "Gesellschaft und Technik" im VDI.






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