Begleitprogramm:

(Eintritt frei)

Mittwoch, 4. November, 19:30 Uhr
„Mein Mauerfall“

Lesung und Gespräch mit Klaus Wagenbach und György Konrád

Die friedliche Revolution im Herbst 1989 und der Fall der Mauer vor 20 Jahren sind die spektakulärsten und glücklichsten Ereignisse in der jüngeren deutschen Geschichte. Neben den ersten euphorischen Glücksgefühlen traten schnell Unsicherheit und Fragen auf, danach, wie es weitergehen werde. Dabei unterschieden sich die Perspektiven Ost und West doch signifikant voneinander. Wir haben den ungarischen Schriftsteller György Konrád, einen echten Wanderer zwischen den Welten, und den Autor und Verleger Klaus Wagenbach, dem politischen Intellektuellen, der seit den 70er Jahren für die Veröffentlichung ostdeutscher Autoren in seinem eigenen Verlag gekämpft hat, gebeten, sich auf Spurensuche zwischen Ost und West zu begeben.

György Konrád, geboren 1933 in Debrecen. 1944 wurden seine Eltern deportiert, er konnte zu seinen Budapester Verwandten fliehen. Aufgrund seiner regimekritischen Haltung verlor er seinen Arbeitsplatz und wurde verhaftet. Wegen seines langjährigen Publikationsverbots in Ungarn hielt er sich zeitweilig im Ausland auf, 1977/78 als Gast des Berliner Künstlerprogramms. Weltweite Anerkennung fand er als Theoretiker des neuen Mitteleuropas. 1991 wurde György Konrád mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, von 1997 bis 2003 war er Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Konrád ist seit Gründung der Stiftung Brandenburger Tor Mitglied im Kuratorium.

Klaus Wagenbach, geboren 1930 in Berlin, absolvierte ab 1949 eine Lehre in den Verlagen Suhrkamp und S. Fischer. Er studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Archäologie in München und Frankfurt am Main. Nach der Promotion über Franz Kafka wurde Klaus Wagenbach 1957 Lektor im Modernen Buch-Club Darmstadt, ab Ende 1959 Lektor für deutsche Literatur im S. Fischer Verlag in Frankfurt am Main. 1964 gründete er gemeinsam mit seiner damaligen Frau Katja Wagenbach seinen eigenen Verlag. Im Jahr 2002 übergab er die Verlagsleitung an seine Frau Susanne Schüssler und seine Tochter Nina Wagenbach und ist seitdem als Lektor dort tätig. Neben verschiedenen anderen Ehrungen ist Klaus Wagenbach Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, 2006 erhielt er den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln.


Donnerstag, 5. November, 19:30 Uhr
„Mauerblümchen“

Lesung mit Holly-Jane Rahlens für Erwachsene ab 13 Jahren!

1989 – zwei Wochen nach dem Fall der Mauer. Mauerblümchen erzählt die Geschichte einer Liebe auf den ersten Blick, den sich die 16-jährige Deutsch-Amerikanerin Molly, Typ Mauerblümchen, 185cm groß, Schuhgröße 44, und die 19-jährige Ostpflanze, Mick, Schauspielstudent, cool, punkig, angesagt, auf einer S- und U-Bahnfahrt von West nach Ost zuwerfen. Molly will nur zum Prenzlauer Berg, zum Geburtshaus ihrer Mutter; Mick, nach einem Kurztrip im Westen, nach Hause nach Birkenwerder bei Berlin. Für beide ist es eine Reise in ein unbekanntes Land. Zwischen S-Savigny Platz und U-Schönhauser Allee entdecken sie sich selber, die Magie der Liebe und die Rätsel der deutsch-deutschen Verfremdungen.

Holly-Jane Rahlens kam nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Theater Arts aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin.
Mit Funkerzählungen, Hörspielen und Solo-Bühnenshows machte sie sich dort in den 80ern und 90ern einen Namen. Außerdem arbeitete sie als Journalistin, Radiomoderatorin und Regisseurin.
“Mauerblümchen” ist Rahlens’ sechster Roman. Ihr Jugendbuch “Prinz William, Maximilian Minsky und ich”, das 2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis prämiert wurde, kam 2007 in einer Drehbuchadaption der Autorin ins Kino.
Holly-Jane Rahlens lebt heute mit Mann und Sohn in Berlin-Charlottenburg.


Montag, 30. November, 19:30 Uhr
Der Kurator der Ausstellung Dr. Matthias Harder im Gespräch mit den Photographen Regina Schmeken, Wolfgang Bellwinkel und Maurice Weiss.

Matthias Harder

Matthias Harder arbeitet seit 2004 als Hauptkurator der Helmut Newton Stiftung in Berlin und unterrichtet seit 2002 an der Freien Universität Berlin. Zuvor war er von 1999 bis 2002 Gastkurator am Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum und von 2002 bis 2004 Direktor des Kunstvereins Glückstadt. Geboren 1965 in Kiel, studierte Matthias Harder Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Philosophie in Kiel und Berlin. Er veröffentlicht regelmäßig Texte in internationalen Magazinen wie Aperture oder Art in America und verfasst Essays für Bücher und Austellungskataloge.

Wolfgang Bellwinkel

Wolfgang Bellwinkel wurde 1959 in Bochum geboren und lebt heute in Berlin und Bangkok. Nach langjährigen Aufenthalten in Südamerika und Asien studierte Bellwinkel ab 1983 Kommunikationsdesign an der Gesamthochschule Essen. Seit 1990 ist er als freier Photograph unter anderem für das SZ-Magazin, Zeit-Magazin, Stern, Allegra und den Spiegel tätig. Seit 1998 lehrt er Photographie in Singapur, Kiel und Bangkok. Bellwinkel wurde 1994 mit dem Deutschen Fotopreis ausgezeichnet und ist Mitglied der Agentur laif in Köln.

Maurice Weiss

Maurice Weiss wurde 1964 in Perpignan in Südfrankreich geboren und lebt heute in Berlin. Weiss studierte ab 1989 Photographie an der Fachhochschule Dortmund bei Ulrich Mack und Arno Fischer. Seit 1991 ist er freiberuflich als Photograph tätig und seit 1995 Mitglied der Agentur Ostkreuz. Weiss arbeitet für deutsche und internationale Magazine und Firmen.

Regina Schmeken

Regina Schmeken lebt heute in Berlin. Sie beschäftigt sich mit der Photographie als künstlerischem Medium seit Mitte der Siebzigerjahre. Bereits 1978 erhielt sie den Kritikerpreis der Rencontres Internationales de la Photographie in Arles. Seit 1980 wurden ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. Seit 1986 arbeitet sie für die Süddeutsche Zeitung. 1996 erhielt Regina Schmeken den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Ihre Bilder befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen.


Karl-Ludwig Lange, Brandenburger Tor,
10. November 1989
© Karl-Ludwig Lange



Wolfgang Bellwinkel, Asiatische Touristen vor den Resten der Mauer am Brandenburger Tor, Berlin, 1989
© Wolfgang Bellwinkel / laif


Karsten de Riese Öffnung der Massantebrücke, Berlin 1989 II © Karsten de Riese



Karl-Ludwig Lange, Bernauer Straße, Berlin, 12. November 1989 © Karl-Ludwig Lange


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Ausstellung

Führungen

Kurator:

Dr. Matthias Harder, Kurator der Helmut Newton Stiftung Berlin

Ausstellungsbüro/Öffentlich-keitsarbeit/Führungen:
Janet Alvarado
Tel.: 030 22633016
janet.alvarado@
stiftungbrandenburgertor.de

Projektbezogene Pressearbeit:
Nadine Dinter – public relations + art administration
Fasanenstraße 70, 10719 Berlin
mail: presse@nadine-dinter.de
Tel.: 030 / 398 87 411
mobil: 0151 123 70951

Digitale Pressemappe der Stiftung Brandenburger Tor

Öffnungszeiten
Mo, Mi, Do, Fr 10:00 – 18:00 Uhr
Sa, So 11:00 – 18:00 Uhr
Alle Feiertage geöffnet

Eintritt
5,- Euro, ermäßigt 3,- Euro
Sozialticket: 1,- Euro

Links zum Thema:



Ausstellung 'Die geteilte Stadt - Topographie der Berliner Mauer' im Deutschen Bundestag

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